13. Spieltag | 25.10.2025
Zuschauer: 3.612
Servus Schanzer,
Seid mal ehrlich: Könnt ihr euch an ein Auswärtsspiel bei der Viktoria am Wochenende erinnern? Genau diese Frage habe ich mir gestellt, als ich von der Terminierung an einem Freitag in Köln gelesen habe. Ein Blick auf die letzten Begegnungen gegen die Viktoria bestätigt diese Erwartung (fast!), denn tatsächlich wurden vier der letzten fünf Spiele entweder in einer englischen Woche (zwei Mal) oder an einem Freitag/Montag (zwei Mal) ausgetragen. Aber all das Jammern hilft mal wieder nichts, und so machten wir uns zur Mittagszeit mit einer Handvoll Neunsitzern auf den Weg Richtung Domstadt. Historisch gesehen waren die Spiele im Sportpark Höhenberg auch immer recht torreich und so war die Vorfreude auf ein ereignisreiches Spiel auf dem grünen Rasen immerhin groß. Konnte man durch drei Siege in Folge unserer schwarz-roten Jungs den nächsten Schritt weg von der unteren Tabellenhälfte machen und sich vielleicht doch oben etablieren?
Die erste Spannung des Tages kam dann aber bereits bei der Hinfahrt nach Köln auf. Hatte man die Abfahrtszeit nach hinten und das Transportmittel weg vom Bus, hin zu 9-Sitzern noch für eine gute Idee gehalten, um dem einen oder anderen Schanzer den Weg aus der Arbeit zum Auswärtsspiel zu ermöglichen, so holten uns die ersten Staus und Streckensperrungen auf der Autobahn gefühlt noch in unserer schönen Donaustadt ein. Dank einiger Geschwindigkeitsüberschreitungen und extrem verkürzter Klo- und Raucherpausen (ihr könnt euch vorstellen, wie sich das auf die Stimmung der einen oder anderen nikotin- oder alkoholabhängigen Person ausgewirkt hat) erreichten wir doch irgendwie noch halbwegs pünktlich den Gästesteher in Köln. An Tagen wie diesen müssen eben auch mal fünf Minuten reichen, um das mitgebrachte Tifo vorzubereiten.
Auf dem Rasen schien es zunächst so, als wolle unsere Elf uns für all den Stress und Aufwand an einem Freitagabend in Köln belohnen: Yannick Deichmann erzielte in der 16. Minute das 1:0 für unsere Schanzer. Ein besserer Beginn hätte ergebnistechnisch kaum gelingen können. Was im Anschluss an dieses Tor passierte, war jedoch leider die schlechteste Leistung dieser Saison. Die Viktoria spielte über die folgenden gut 80 Minuten munter auf, bestimmte das Spiel und hätte allein durch Lobinger gefühlt fünf Tore erzielen können. Bis zur Halbzeit konnte Eisele das Tor der Donaustädter jedoch sauber halten, sodass die Hoffnung wuchs, die Übermacht der Viktoria durch eine entsprechende taktische Veränderung in der Halbzeit doch irgendwie einzubremsen. Spoiler Alert: Diese Hoffnung wurde mir bereits in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit genommen. Folgerichtig war es David Otto, der in der 54. Minute den Ausgleich für die Kölner erzielte. Die Viktoria spielte nach dem Ausgleich noch einmal ein paar Prozentpunkte besser, bestrafte 15 Minuten später die Gunst der Stunde und nutzte Fehler unserer Schanzer gnadenlos aus, um das verdiente 2:1 zu erzielen. Elf Minuten später war es erneut Lobinger, der nach einem überragenden Konter den 3:1-Endstand für die Viktoria aus Köln erzielte.
Und auch in der Saison 2025/2026 bleibt es leider dabei. Auswärts bei der Viktoria sind unsere Schanzer traditionell chancenlos. Mit fünf Niederlagen aus sechs Spielen in Köln ist bis auf das spektakuläre 4:4 vor einem Jahr nichts Zählbares für unsere Schanzer hängen geblieben. Dank der drei Siege in Folge konnte der Gästeanhang die Niederlage aber entspannter hinnehmen als noch vor einigen Wochen. Auch Sabrinas schonungslos ehrliche Analyse bei Magenta wirkt sympathischer und authentischer, als das Spiel irgendwie positiv darstellen zu wollen.
Auf den Rängen präsentierte sich der Schanzen-Anhang auch eher wie unsere Jungs auf dem Feld. Der Haufen anwesender Ultras mit Freunden aus Wehen (an dieser Stelle noch einmal ein dickes Dankeschön für euren Besuch) war mit gut über 50 Leuten für unsere Ansprüche an einem Freitagabend doch ganz passabel. In den Gästeblock rafften sich jedoch maximal noch einmal eine gleiche Anzahl Kutten. Da dieser Block in Köln ohne sein Dach und mit einer Länge von gefühlten 50 Metern allen nicht an Support interessierten Fans Fluchtmöglichkeiten bietet, lässt die Lautstärke unseres Supports doch einiges an Luft nach oben. Ich habe es euch letztes Jahr schon geschrieben: Für Szenen wie Rostock, Mannheim und Co. ist das optisch ein überragender Block, für eine kleine Szene wie uns jedoch jedes Mal ein Kampf mit sich selbst.
Trotzdem sollte sich auf der Rückreise wenigstens die Wahl des Verkehrsmittels positiv herausstellen: So erreichte man die schöne Donaustadt doch noch halbwegs human bereits gegen 3 Uhr und konnte die Geschwindigkeitsbegrenzung für Reisebusse umgehen. Weiter geht es für unsere Schanzer also nächsten Samstag zu Hause gegen Essen, wo wir einen echten Gradmesser für unsere aktuelle Form erleben werden.
Immer weiter, Schanzer!



