Alemannia Aachen – FC Ingolstadt (0:1)

11. Spieltag | 18.10.2025

Zuschauer: 20.804

Servus Schanzer,

Vor gut zwei Wochen konntet ihr in meinem Bericht nach dem Heimsieg gegen die Spatzen aus Ulm von meinen Gefühlen, Erwartungen und meiner Meinung zu den Vorkommnissen nach dem Spiel lesen. So viel vorab: Die Länderspielpause wurde genutzt, um alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen, Themen zu klären und gemeinsam in die Zukunft zu blicken. Dass nicht groß über solche Gespräche in der Öffentlichkeit geredet wird, war in all den Jahren immer unser Weg. Vielmehr müssen nun beide Seiten zeigen, dass sie in Zukunft mehr von „Zusammen Schanzer“ leben.

Doch nun zurück zum Anfang. Mit dem Auswärtsspiel in Aachen steht für uns als Schanzer zum zweiten Mal das neue Tivoli an. War die Auswärtsfahrt im letzten Jahr eines der Highlights, so war die Vorfreude in diesem Jahr wieder größer als beim 3:4:2-Besuch in Duisburg. Anders als im letzten Jahr geht es für uns dieses Mal nicht in den Stehplatzbereich des Gästeblocks, sondern auf die Sitzplätze im Tivoli. Diese Erfahrung hatten wir bereits in Duisburg gemacht, als der Stehplatzbereich für Gästefans aus Kostengründen gar nicht erst geöffnet wurde. Die Fahrt nach Aachen war hingegen mal wieder durchweg entspannt. Der vollbesetzte (manch einer würde sagen: überbesetzte) Bus der Schanzer Ultras kam pünktlich zur Öffnung des Stadions im Gästeblock an. Wir beflaggten den Block mit einem für unsere Verhältnisse attraktiven Blockbild und nutzten die ersten Minuten vor Anpfiff für ein nettes Warm singen.

Statt dem spielerischen Großgebabbel interessiert euch heute vermutlich viel mehr, wie die Mannschaft und die aktive Fanszene auf die Vorkommnisse in Ulm reagierten. Die folgenden 90+ Minuten werden dafür recht aufschlussreich. Zunächst war es Marcel Costly, der mit einer guten Leistung versuchte, alle Kritiker mit seinen Leistungen zum Schweigen zu bringen. Zwei dicke Chancen in der ersten Halbzeit konnte der Angreifer der Schanzer aber nicht nutzen, während Eisele im Tor der Schwarz-Roten die Null hielt. Auch in Hälfte zwei ein ähnliches Bild: Besser werdende Aachener mit einem guten Spiel und mehreren tollen Paraden von Eisele im Tor unserer Schanzer. Die meisten hatten vermutlich schon mit einem 0:0-Endstand gerechnet, doch dann war es Kaygin im Trikot der Schwarz-Roten, der in der Nachspielzeit mit einem Tor der Woche den Spielstand zugunsten der Schanzer änderte und die Stimmung im Gästeblock zum Überkochen brachte. Guess what? Das Tor wurde dann auch exzessiv mit der kompletten Schanzer Bank vor dem Gästeblock gefeiert.

Was am Ende bleibt, ist ein wichtiger Auswärtsdreier und die beste Reaktion auf die Vorkommnisse gegen Ulm, die wir uns hätten wünschen können. Dazu gehören gemeinsames Heißmachen nach dem Einlaufen vor dem Gästeanhang, Torjubel mit den mitgereisten Fans und ein Auswärtssieg, der in der aktuellen Tabellensituation von großer Bedeutung ist. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass die anschließende Heimfahrt nicht nur feuchtfröhlich war, sondern nach den letzten Touren durch Deutschland Balsam für die Seele jedes Schanzer Ultras gewesen sein dürfte. Für die nächsten Wochen bedeutet dies aber auch, dass wir hier weiter anknüpfen müssen und weiterhin alles für unsere Stadt, den Verein und alle Fans geben müssen, um das Ruder nicht nur temporär herumzureißen. Der Anfang ist gemeinsam getan.

Für immer Schanzer!