30. Spieltag | 30.03.2025
Zuschauer: 7.548
Servus Schanzer,
wie in den vergangenen Jahren immer wieder und vorzugsweise in der Rückrunde erlebt, spielt unser Fußballclub mit unseren Gefühlen: Nach einer langen Serie ohne Niederlage folgten zuletzt drei Niederlagen aus vier Spielen, ehe ein überzeugender 4:1-Auswärtserfolg bei formstarken Verlern die Aufstiegshoffnungen wieder nährte. In der letzten Länderspielpause dann der nächste Rückschlag: Die Hoffnung auf die Titelverteidigung im Landespokal wurde im Halbfinale beim Regionalligisten Illertissen leichtfertig verspielt. Peinlich, peinlich. Dass dann auch noch Top-Torjäger Grönning mit einer Sprunggelenksverletzung für mehrere Wochen ausfiel, sorgte nicht gerade für Euphorie vor dem Heimspiel gegen „Angstgegner“ Viktoria Köln.
Genau dieses Heimspiel stand am frühen Sonntagnachmittag an und wurde vom FCI zum diesjährigen „Schanzengeber“-Spieltag ausgerufen. Das bedeutete wieder Freikarten-bedingt eine größere Kulisse (am Ende 7.500 Zuschauer) und ein schickes werbefreies Sondertrikot unter dem Motto „Zusammen. Schanzer.“ inkl. Südtribüne-Logo auf dem Ärmel, das zu einem sehr fairen Preis verkauft wurde und innerhalb kürzester Zeit vergriffen war. Die Fanszene beteiligte sich am Aktionsspieltag, indem die Getränkeeinnahmen aus dem Fancontainer des Südtribüne e.V. gespendet wurden und wir uns an der künstlerischen Bemalung eines Containers durch das Fanprojekt hinter der Gegengerade beteiligten. Darüber hinaus gab es wieder ein „buntes Rahmenprogramm“ auf der Piazza, dessen Zielgruppe sicherlich nicht in unserer Gruppe zu suchen ist. Eine Plattform für Organisationen wie „Schule ohne Rassismus“ oder die Robert-Enke-Stiftung ist sicherlich lobenswert, aber dass bei solchen Veranstaltungen jedes Mal als Fanartikel getarnte Werbegeschenke den Weg in die Fankurve finden (und dort auch noch die nächsten Jahre sichtbar bleiben), ist natürlich nicht gerade in unserem Interesse.
Kommen wir zum Sportlichen: Eine besondere „Spezialität“ des FCI in den letzten Jahren war es, bei solchen überdurchschnittlich gut besuchten Spielen regelmäßig auf dem Rasen zu versagen. Aber was soll man sagen: Erstmals seit sechs Spielen musste der FCI keinem Rückstand hinterherlaufen, sondern schlug sowohl in der ersten als auch in der zweiten Halbzeit früh zu. Geburtstagskind Lorenz verwandelte sehenswert per Volleyschuss, ehe Benny Kanuric zeigte, dass er (wenn er nicht gerade auf der Sechs spielt) ein absoluter Unterschiedsspieler ist. Seine Treffer zum 2:0 und ein wunderschöner Freistoß zum 3:0 sorgten für eine komfortable Führung auf der Anzeigetafel, die weitaus deutlicher ausfiel als das Geschehen auf dem Rasen. Die blutjunge Kölner Mannschaft (acht Spieler unter 23 Jahren) wusste spielerisch durchaus zu gefallen, kam aber lange Zeit nicht zu zwingenden Chancen. Hervorzuheben in der Schanzer Viererkette ist dabei vor allem die Leistung von Eigengewächs Elias Decker, der mit seinem Einwurf am Führungstreffer beteiligt war und gegen den das Kölner Top-Talent und Juniorennationalspieler Said El Mala keine Chance hatte. Doch der FCI wäre nicht der FCI, wenn es nach einer 3:0-Führung nicht noch einmal spannend geworden wäre: Dem Anschlusstreffer der Kölner in der 81. Minute folgte eine weitere starke Parade von Boevink, ehe drei wichtige Punkte bejubelt werden konnten.
Am Rande des Spiels gab es zudem die erfreuliche Nachricht, dass ein Mitglied unserer Jugend nach langer Abwesenheit erstmals wieder im Nebenblock der Südtribüne anzutreffen war: Willkommen zurück, Tobi!
Nach diesem gelungenen Spieltag, an dem mit Bielefeld, Rostock und Saarbrücken (letztere beide im direkten Duell) drei direkte Konkurrenten nicht dreifach punkten konnten, schrumpft der Rückstand auf den Relegationsplatz auf drei Punkte und es bleibt die Hoffnung, dass die Schanzer noch einmal oben angreifen können. Zwei schwere Auswärtsspiele innerhalb von vier Tagen werden Aufschluss darüber geben, ob unser Fussballclub weiterhin mit unseren Gefühlen spielt – und ob der FCI einige der Zuschauer begeistern konnte, die aufgrund der Freikarten den Weg in unseren Sportpark gefunden haben.
It ain’t over ’til it’s over





