FC Ingolstadt – Erzgebirge Aue (09.09.2017)

5.Spieltag

Ergebnis: 1:2

Zuschauer: 10.148

 

Der zurückliegende Spieltag gegen den FC Erzgebirge Aue stand ganz im Zeichen des Protests. Knapp 4 Wochen nach den Ereignissen rund um das Regensburg-Spiel, hatten wir uns als Gruppe entschlossen, den Protest weiter nach außen zu tragen. So bereiteten wir für diesen Spieltag Flyer mit einer Zusammenfassung der Geschehnisse sowie unseren zentralen Forderungen an die Polizei vor und verteilten diese im Stadionumlauf. Freundlicherweise erhielten wir kurzfristig von Amnesty International Unterstützung, die uns einen dicken Packen an Flyern und Broschüren zur Kampagne „Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte“ zur Verfügung stellten. Da es uns ein Anliegen war, den Protest auch im Stadion sichtbar zu machen, wurden zu Beginn der ersten Spielhälfte zwei Spruchbänder mit den Inhalten „Das USK macht sich wieder einen Namen: Fans provozieren, schikanieren und schlagen“ gezeigt. Ein großes und unmissverständliches „USK ABSCHAFFEN“-Banner rundete das Bild ab und fasste unsere Forderungen kurz und prägnant zusammen.

Zum Spielerischen: Die erste Halbzeit konnte man für unsere Schwarz-Roten getrost abhaken. Mangelnde Torchancen und ein eklatantes Abwehrverhalten bescherten uns einen bis dato nicht unverdienten 0:1 Rückstand. Nach der Pause ging es zunächst so weiter. Bereits in der 50. Minute stand es 0:2 für die Sachsen. Auch hier wieder ein individueller Bock in der Abwehr, so etwas darf einfach nicht passieren. Danach folgte zum Glück eine 180 Grad Kehrtwende. Trotz des Nackenschlags nach der Pause, schien das Schanzer Kämpferherz, das uns letztes Jahr so auszeichnete, wieder zu schlagen. So spielten sich die Schanzer nach und nach weitere Torchancen heraus und tauchten plötzlich ein ums andere Mal vorm gegnerischen Tor auf. In der 84. Minute war es dann endlich soweit und Lezcano verkürzte auf 1:2. Was danach folgte, war ein brutales Anrennen auf Männel im Tor der Auer, der nun fast durchgängig beschäftigt wurde. Letztlich sollte es aber an diesem Tag einfach nicht sein, denn auch nach 90 Minuten änderte sich nichts mehr am Spielstand. Das Aufbäumen nach der Halbzeit ist lobenswert, dennoch bleibt der Eindruck, dass manche Spieler nicht kapiert haben, dass die Uhren in der 2. Liga anders ticken. Die besten Torchancen nützen einem nichts, wenn man die Dinger nicht irgendwann auch mal rein macht.  Dementsprechend gilt es schleunigst an die alten Tugenden anzuknüpfen, will man sich nicht am Ende der Saison in die glorreiche Riege der Ulmer und Paderborner einreihen.

Der Support auf den Rängen war an diesem Tag ein Spiegelbild zu den Geschehnissen auf dem Platz. In der ersten Hälfte unterirdisch und in dieser Form nicht akzeptabel. Vor allem die fehlende Leidenschaft in den Gesängen brachte den ein oder anderen zum Haare raufen. Wie kann Kampfgeist und Leidenschaft von den Spielern gefordert werden, wenn jeder selbst nur 50% gibt? An dieser Einstellung muss sich schleunigst etwas ändern. Die zweite Hälfte dann glücklicherweise ein Lichtblick, alles in allem können wir an diesem Tag mit unserer Leistung nicht zufrieden sein. Hier gilt es gegen Duisburg am kommenden Dienstag ein gänzlich anderes Gesicht zu zeigen. Immer vorwärts!